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Lesedauer: 12 Minuten

Test & Tuning: Ghost Kato FS 2

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Ein gutes Fully für knapp unter 1.000 Euro? Wer in den verschiedenen Foren um Hilfe sucht, wird meist schnell abgekanzelt. Kommentare wie "Für 1.000 Euro gibt es nichts gescheites" oder "Wer günstig kauft, kauft zweimal" sind leider die Regel.

Entscheidet man sich also für ein günstiges Einstiegsfully, wird man bestenfalls belächelt. Im schlimmsten Fall fühlt man sich armselig, nicht akzeptiert oder ganz und gar ausgeschlossen.

Und tatsächlich raten nicht wenige Forumsexperten dazu, man möge sich ein gebrauchtes Hardtail kaufen und erst mal fahren lernen.

Der Gipfel an Impertinenz und Arroganz. Vermutlich handelt es sich dabei um jene, die meinen für ihr 5 Jahre altes Hardtail noch 90% des Neupreises bekommen zu können. "Hat neu 3.800 gekostet" - ich lach mich schief.

Zurück zum Thema, das Ghost Einstiegsfully, Modell 2016, rollt auf 27,5 Zoll Pneus der Marke Schwalbe und bietet vorne und hinten volle 130 mm Federweg. Rahmen und Hinterbau sind merklich filligraner als bei der nächsthöheren Ghost-Rahmenserie. Der X-Fusion Luftdämpfer verfügt über einstelbare Dämpfung und stufenloses Lockout. Die luftgefederte RST-Gabel kommt dafür ohne Rebound Einstellung aber immerhin ebenfalls mit stufenlosem Lockout. Dazu gesellt sich eine Shimano Deore Schaltung mit 30 Gängen und Tektro Auriga Bremsen mit 180 mm Scheiben. Das Gewicht liegt bei rustikalen 14,5 Kilo.

Mein Fazit bis hier: Für ein sogenanntes Einstiegsfully hört sich das verdammt gut an - das wird mein erstes Trailbike.

Ich habe mich bewusst für das 2016er Modell entschieden, denn die Unterschiede zum 17er Modell sind meines erachtens marginal. Der Preisunterschied betrug im Laden allerdings 300 Euro - nicht gerade marinal!

Noch kurz zu den Unterschieden. Das Modell 2017 hat ein leicht geändertes Dekor, läuft auf schmäleren Michelin Reifen und hat die neueren Tektro-Bremsen am Lenker montiert.

Vom Händler habe ich mir Pedale in blau (CFP BMX B-50 Performance Line) und Ventiladapter montieren lassen. Warum bei MTBs noch immer Franzosenventile verbaut werden wird mir nie einleuchten. Hallo Hersteller, was gibt es an jeder Tanke?

Auf geht's - erste Fahreindrücke mit dem Kato FS

Mein Kato hat einen 46er Rahmen (M) - was super zu meiner Körpergröße von 1,8 m passt. Das Bike fühlt sich richtig gut an. Natürlich ist es kein Downhiller. Doch ich wollte ja auch ein Trailbike haben. Ein Rad, mit dem ich auch mal bergauf fahren kann oder Strecke machen. Klar, des Spaßes wegen sollte es auch bergab ordentlich gehen.

Der Hinterbau des Kato arbeitet sehr gut. Der Federweg fühlt sich nach mehr an, die Einstellung ist problemlos. Ich fahre das Bike mit einer etwas weicheren Abstimmung am Hinterbau, was dank progressiver Dämpferkennlinie überhaupt kein Problem ist. Lockout am Dämpfer lässt sich beim Fahren entriegeln. Ist nicht bei jedem Bike so.

Nicht ganz so feinfühlig arbeitet die RST-Gabel. Hier ist etwas Einstellungerfahrung erforderlich. Abstimmung auf das Fahrergewicht alleine reicht nicht - man sollte schon auch auf die Streckenverhältnisse abstimmen. Dann verrichtet die Gabel ihren Dienst ordentlich, vor allem bei höherem Tempo. Das butterweiche Ansprechverhalten einer Marzocchi, Fox oder Rockshox darf man natürlich nicht erwarten. Da liegen nunmal Welten dazwischen. Echt schade, dass Ghost hier nicht ab Werk die Variante mit Rebound Einstellung verbaut.

Die Tektro Auriga Bremsen mit den 180er Scheiben sind top. Gut dosierbar. Und machen richtig zu wenn man es braucht. Forumsexperten kritisieren diese Bremse immer wieder - dabei gibt es gar keinen Grund dafür. Ich bin mit der Tektro Auriga mit 203er Scheiben viel Downhill gefahren und sie hat mich nie im Stich gelassen. Wer sagt die Bremse taugt nichts hat echt keine Ahnung!

Für meine Hometrails hier im Schönbuch langen die 180er Scheiben. Selbst die doch recht anspruchsvolle Abfahrt vom Birkensee runter ins Tal bringt die Bremsen nicht an die Leistungsgrenze. Die Reifen schon. Einfach das falsche Profil. Die Reifen setzen sich sehr schnell zu und dann geht nichts mehr. Im Trockenen ok - sobald es schmoddert ist die Traktion komplett weg.

Durch den Lenkwinkel von 69 Grad ist das Bike sehr agil. Hier wäre für mich weniger mehr, gerade weil das Bike auch bergab durchaus gewisses Potential hat. Und vor allem: Ob das Rohr mit 69 oder 67 Grad angeschweißt wird macht im Preis keinen Unterschied. Muss also andere Gründe haben. Vielleicht möchte sich Ghost hierdurch ganz bewusst von den anderen Modellen abgrenzen.

Zuletzt möchte ich noch die Schaltung positiv erwähnen. Übersetzungsbandbeite ist für mich mehr als ausreichend, die Gänge schalten präzise hoch und runter. Bergab nutze ich das mittlere Blatt und die Kette ist bis jetzt noch kein einziges mal abgesprungen - selbst bei ruppiger Strecke.

Fazit nach 150 Testkilometern

Das Ghost Kato FS 2 ist ein gut gemachtetes Fully mit breitem Einsatzspektrum. Verarbeitung und Optik sind absolut hochwertig.

 

Die verwendeten Komponenten sind dem Preis angemessen und arbeiten ordentlich. Vor allem der Hinterbau in Verbindung mit dem X-Fusion Dämpfer sticht heraus. Auch die Bremsen begeistern. Die Rebound Einstellung an der Gabel fehlt leider.

 

Wenn gewisse Forumsexperten behaupten man bekommt für 1.000 Euro nichts gescheites ist das so nicht wahr. Ghost zeigt mit dem Kato FS 2 das es da sehr wohl was gibt! Sicher, der reguläre Preis liegt 300 Euro höher, doch die Abschläge auf die Vorjahresmodelle gibt es immer am Beginn der neuen Saison.

 

Tipp: Mit dem gesparten Geld lässt sich das Rad optimal an den Fahrer anpassen bzw. tunen.

 

Mir war der serienmäßige Sattel zu breit. Er wurde deshalb durch einen Selle Italia X1 X-Cross Flow Sattel ersetzt. Auch der originale Lenker musste weichen. Mit dem 780 mm breiten Sixpack Kamikaze hat man deutlich mehr Kontrolle und auch optisch macht er was her - das Rad wirkt noch stimmiger damit.

 

Die Experten unter euch werden es gleich erkennen, vorne ist jetzt eine 203er Scheibe montiert. Ich wollte einfach wissen was da noch geht (Achtung, keine Hersteller-Freigabe).

Ghost Kato FS 2 mit Tuning Parts

Das gepimpte Kato FS macht richtig Spaß auf dem Trail. Man kann das Bike super flowig bewegen. Mal sehen wo die Reise hingeht: Mehr Tuning Richtung AM/Enduro, mit fetten Reifen und einer 160er Gabel - oder Race-Optimierung und Teilnahme an einem Marathon Rennen. Alles scheint möglich. Ride On Folks!

Tuning 2.0 - das Kato FS wird zum AM

 

Nach ein paar weiteren Ausfahrten war klar, es muss noch was passieren. Der 70er Vorbau war für mich einfach etwas zu lang. Bei längere Ausfahrten wurde das Rad anstrengend für den Oberkörper. Den 69er Lenkwinkel und die fehlende Rebound Einstellung der RST-Gabel habe ich ja schon früher erwähnt.

An einem Fully kann man an den unterschiedlichsten Stellen auf die Geometrie, und somit das Wohlfühlgefühl und das effektive Fahrverhalten, einwirken. Beim Ghost FS 2 habe ich mich für folgende Maßnahmen entschieden:

  • Federgabel Rockshox Sektor Gold Solo Air mit 150 mm Federweg und Remote Lockout/Rebound Einstellung.
  • Truvativ Husselfelt Vorbau (40 mm).

Das Bike hat nun einen merklich flacheren Lenkwinkel und mit dem 40er Vorbau passt die Sitzposition jetzt wirklich perfekt - auch für längere Ausfahrten.

Das Handling kann man immer noch als sehr agil bezeichnen. In Downhill Passagen fährt sich das Rad jedoch deutlich ausgewogender. Auch Grobes bügelt die Sektor Gold aus. Steile Trailstücke, Steinfelder, Wurzelteppiche und verblockte Stellen machen nun viel mehr Spass.

Für den Umbau war noch eine Felge mit 15er Achse notwendig (Mavic Crossride). Zudem wurde hinten ein Schwalbe Magic Mary in 2.35 für bessere Traktion montiert (2.5er würde auch noch reinpassen).

 

What is next? Ganz klar - nachdem ich alle meine Hometrails hier abgeschreddert habe, geht's nun in die Mittelgebirge und in die Alpen. Vielleicht montiere ich davor noch einen Vorderreifen der etwas mehr Grip hat; Hans Dampf oder Nobby Nic zum Beispiel. An dieser Stelle möchte ich noch den Leuten von Bike Components für die schnelle Lieferung verschiedener Parts danken. Haben sich richtig Mühe gegeben. Super!

Résumé zum Saisonabschluss

 

Ich bin nun seit 7 Monaten fleissig mit dem Kato FS 2 unterwegs. Das Bike wurde zwar pfleglich behandelt, doch schon auch hart rangenommen. Vielleicht sogar härter als es für ein Bike dieser Klasse üblich ist. In der ganzen Zeit gab es nur einen technischen Defekt. Auf einem Schotteranstieg ist ein Steinchen in den Antrieb gekommen und hat die Kette aufgesprengt. Kann jetzt das Bike nichts dafür. Das Kato FS 2 ist auf jeden Fall sein Geld wert. Auch am Ende der Saison wackelt nichts. Der Hinterbau arbeitet absolut spielfrei, der Dämpfer ist dicht, Lenkkopflager und Kurbel - alles einwandfrei. Auf den Bildern unten könnt ihr sehen, dass der Antrieb von 3x10 auf 2x10 umgebaut wurde. Habe den Tipp von einem Kato-Kollegen aus dem Internet bekommen. Es freut mich sehr, dass auch ein paar Biker meine Tuningideen aufgenommen haben. He und ihr wisst ja, jeder Sticker macht das Bike schneller ;-)

Modell 2018 - das Kato FS 2.7

 

Evolution statt Revolution - das 2018er Einstiegs-Kato kommt mit leicht geänderter Ausstattung die das Bike für mich zum absoluten Preis/Leistungssieger bzw. Benchmarker für die Saison 2018 macht: Umstellung auf moderne 2x10 Schaltung, Selle Italia Sattel, 760 mm breiter Lenker und Conti X-King Bereifung für mehr Grip. Das Rad gibt es in coolem schwarz/grün und in aggressivem neongelb. Wer auf der Suche nach einem tiptop Fully mit Einsatzspektrum von Trail bis All Mountain zum Preis eines Einstiegsfullys ist: Kaufen! Ich vermute das 2.7er wird ganz schnell ausverkauft sein - vor allem die in neongelb.

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