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Nächste Ausfahrt Abenteuer:

Haibike SDURO HardSeven 8.0

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Das Konsumgüter sich umso besser verkaufen lassen, je mehr Emotionen im Spiel sind, ist eine Binsenweisheit. Und so arbeiten Heerscharen von Marketingexperten an immer ausgefeilteren Konzepten um Produkte und Dienstleistungen mit den tollsten Emotionen zu verlinken. Noch besser ist es allerdings, wenn einem das Produkt selbst einfach ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubert. Beim Testfahren des 2018er SDURO HardSeven 8.0 ist mir genau das wiederfahren.

Haibike bietet mit über 100 verschiedenen E-Bikes eine äußerst feine Granulierung, um wirklich für jeden von uns nicht nur ein passendes, sondern das perfekte Rad am Start zu haben. Ab dem Modelljahr 2018 hat Haibike übrigens seine Klassifizierung überarbeitet: XDURO steht nun für X-treme, SDURO für Sporty. Vorbei die strikte Einteilung in Bosch und Yamaha. Das SDURO Hardseven 8.0 kommt mit Yamaha Motor – und zwar dem PW-X, also der stärksten Ausführung mit 80 Nm Drehmoment. Keinesfalls sind die SDUROs also auf günstig getrimmte XDURO-Ableger. Und mit einem Listenpreis von 3.499,- Euro ist das SDURO HardSeven 8.0 auch kein Schnäppchen. Das ist schon ein Preis, der sich erklären muss. 

 

Von der Designsprache ist das SDURO Hardseven mit seinem S-förmigen Oberrohr und den massiven Sitzstreben auch aus größerer Entfernung sofort als Haibike erkennbar. Soll auch so sein. Die Plus Bereifung passt gut zum Rahmen und das Bike wirkt von den Proportionen ausgewogen. Ich würde sogar noch weiter gehen: Macht von der Größe mal richtig was her.

Sporty soll es also sein - aber was genau bedeutet das? Auf den zweiten Blick ist da der 740 mm breite Lenker und eine 32er Gabel mit nominell 120 mm Federweg. Voll ausgefedert zeigt sich, dass die Standrohre volle 150 mm aus den Tauchrohren herausragen was erstmal eine höhere Front als notwendig bedeutet. Die Kettenstrebe dagegen fällt zur Kurbel bzw. zum Motor hin ab - das sorgt für einen extra tiefen Schwerpunkt, aber auch für eine reduzierte Bodenfreiheit. Schon eine Idee wo das Bike zu Hause ist? Vorne hoch / hinten tief ist sicher kein neuer Frisurentrend - in puncto Mountainbike Layouts ist es schon etwas relativ Neues und ich habe mir sofort die Frage gestellt, was man damit wohl so alles fahren kann.

Herzstück des Bikes ist der grundsolide Alurahmen in 6061 Qualität mit zentralem Gravity Casting. Absolut zutreffend. Solange du nicht den ON-Button drückst und einfach losfährst. Ich könnte an dieser Stelle weiter über den Rahmen schreiben - aber Leute, der Motor ist der Hammer. Der Motor ist das Herzstück - und was für eines! Dabei wollte ich doch nur eine erste Runde im Hof drehen und prüfen ob antriebsseitig alles ok ist.

Jedenfalls hat die erste Runde so dermaßen Lust auf mehr gemacht, dass ich kurzerhand beschließe, den Bikecheck einmal komplett andersrum anzugehen. Ich beginne mit dem Fahren. Für die Technikdetails ist später noch Zeit - steht ja auch alles auf der Haibike Internetseite. Der Test ist für mich sowieso schon etwas besonderes - nach einer Schlüsselbein-OP und ein paar Wochen Zwangspause ist nun endlich wieder Biken angesagt; allerdings muss ich es 'verhalten' angehen. Sagt zumindest mein Arzt. Der E-Bike Test passt da super rein - zum einen habe ich in den Wochen einiges an Kondition eingebüßt, zum anderen hilft der E-Antrieb nicht zu viel Zug und Druck auf die Schulterpartie zu bekommen.

Hey Ho Let's Go

Helm, Handschuhe und los. Natürlich habe davor noch kurz die Schrauben nachgezogen, Lenker eingestellt und die verstellbare Sattelstütze so im Sitzrohr versenkt, dass sie voll ausgefahren genau für mich passt. Akkustand: Ungefähr 80 Prozent - das langt, auf geht's. Die ersten Kilometer führen über Asphalt bevor es in den Schönbucher Wald mit seinen unzähligen Schotterwegen und versteckten Trails führt. Nein, es ist nicht der Fahrtwind, der mich lächeln lässt - es ist das unglaublich unbeschwerte Fahrgefühl das sich sofort einstellt. Die 67° Lenkwinkel sorgen für sehr guten Geradeauslauf und trotz des nicht ganz kurzen Vorbaus, reagiert das Bike wunderbar direkt auf Lenkbewegungen. Das dürfte so für die meisten Biker und Bikerinnen gut passen. Mit 180 cm Körpergröße fühle ich mich jedenfalls auf Anhieb auf dem M Rahmen wohl.

Es geht runter ins Goldersbachtal. Ach ja, da war doch noch was - Bremsen einfahren. Vorne und hinten sind Magura MT4 mit 180er Scheiben montiert. Schon nach wenigen Bremsungen verzögern die Maguras beachtlich. Dabei entwickelt sich ein angenehmer, nicht zu harter Druckpunkt. Mit abgesenkter Sattelstütze drifte ich durch eine meiner Lieblingsschotterkurven. Große oder kleine Runde? Spontan entscheide ich mich für die große Schleife. Die E-Unterstützung lässt sich mit dem Controller links am Lenker wählen. Die Einheit selbst wirkt leider etwas zerbrechlich - und sie ist sturztechnisch gesehen an äußerst exponierter Stelle montiert. Soll die Freude jetzt nicht trüben. Wie üblich stehen auch beim Yamaha Antrieb verschiedene Unterstützungsstufen zur Verfügung. Mir gefallen 'High' und der 'Extra Power Mode' am besten. Zur Info, ja es gibt auch eine Schiebehilfe. Ich bin begeistert wie die Power einsetzt, nämlich nahezu verzögerungsfrei. Ist nicht jedermanns Sache, doch der PW-X Antrieb wurde nun mal speziell für Mtbs entwickelt und da passt das meiner Ansicht nach zu hundert Prozent.

Mich würde es nicht wundern, wenn sich die Yamaha E-Drive Ingenieure mit den Kollegen der Off Road Abteilung auf ein kühles Asahi zusammengesetzt hätten - erinnert die Leistungscharakteristik des PW-X doch sehr stark an die Viertakter aus dem Crossbereich. Mächtiges Drehmoment untenrum ohne im oberen Bereich wegzubrechen. Genau das braucht man im Gelände.

Was E-Antriebe angeht kenne ich bereits den 8000er Shimano Steps und den Bosch CX Performance - beides super Antriebe, doch was der Yamaha Motor im Haibike abliefert ist für mich im Moment ganz klar Top of the Line. Mit Leichtigkeit fahre ich die lange Steigung Richtung Aussichtspunkt 'Grafenberg' hoch. Dabei fällt meine Geschwindigkeit praktisch nicht unter 25 km/h. Lediglich im letzten steilen Abschnitt, bevor der Singletrail beginnt, muss ich vom großen auf das kleine Kettenblattblatt wechseln.

Mit dem SDURO auf dem Trail

Der Nobby Nic Evo trägt einen schicken blauen Streifen. Steht für 'Addix Speedgrip' und ist sozusagen Schwalbe's Universalwaffe für XC, AM und Enduro. Der Reifen in der Größe 2.8 verlangt allerdings nach einer ordentlich breiten Felge (Rodi 35) und unterm Strich stehen satte 21,4 Kilo Gewicht beim SDURO HardSeven 8.0 auf der Habenseite. Wie geht das nun auf dem Singletrail? Kurze Antwort: Geht erstaunlich gut. Mit dem richtigen Luftdruck schluckt der 2.8er hinten vieles einfach weg. Natürlich keine groben Sachen. Auch der fetteste Reifen ersetzt keinen gefederten Hinterbau mit 120 mm Federweg oder mehr. Doch es ist schon toll, wie flowig sich mein Hometrail damit fahren lässt. Der Grip der Reifen ist gewaltig und selbst in steileren Passagen aufwärts bleibt das Vorderrad gut am Boden. Da geht mehr. Viel mehr. Zumindest auf der direkten Linie. Denn bei Schrägfahrten kommen die Pedale aufgrund der geringen Bodenfreiheit relativ schnell mit dem Boden in Berührung.

Schlammlöcher, tiefer Boden, Ausgespurtes - hier fühlt sich das SDURO pudelwohl. Es macht monster viel Spass Dinger zu fahren, die ich davor noch nie gemacht habe. Zu geil. Hat das Rad versteckten Allradantrieb? Natürlich nicht - doch durch den ultra-stabilen Haibike Hinterbau ist immer jede Menge Traktion vorhanden. Und schaffe ich es beim ersten Anlauf nicht, packe ich es im zweiten Versuch. Meine Fahrtechnik setzt hier die Grenze - nicht das Bike. Krass.

Auf dem Rückweg mache ich noch einen Abstecher zum Wertungslauf der Nachwuchscrosser beim KFV Kalteneck e.V. in Holzgerlingen. Von den Jungs kann man sich immer was abschauen. Mit dem SDURO fahre ich doch tatsächlich einmal um die komplette Motocross-Strecke - durch extrem aufgeweichten, schlammigen Boden. Feuerwehrler und Streckenpersonal haben ziemlich erstaunt geschaut, als ich plötzlich am nördlichen Ende aus dem Wald aufgetaucht bin und ganz easy die heftige Steigung hochgefahren bin. Hat voll Spaß gemacht.

Asphalt, Schotter, Singletrails - das geht alles mega mit dem SDURO HardSeven. Kennt ihr das Gefühl, dass ihr euch einfach total super fühlt? Mehr noch, das Bike vermittelt mir ein Gefühl von Freiheit. Grenzenlose Freiheit - wie geil ist das denn? Am liebsten würde ich einfach immer weiterfahren. Doch wie soll es anders sein, auch dieses E-Bike saugt irgendwann den Akku leer. Also ab nach Hause. Was den Stromverbauch angeht bleibt das Bike im Rahmen des gewohnten. Tausend HM sollten damit zu schaffen sein; meine alles andere als stromsparende Fahrweise ist gut für knapp 40 km Reichweite. Wer weiter kommen möchte nutzt den Standard- oder Eco-Mode.

Richtig toll ist, dass der Antrieb auch obenrum kräftig unterstützt und jenseits der 25 km/h fast vollständig entkoppelt. So kann man auch mal eine Zeit lang recht entspannt mit 30 km/h unterwegs sein. Pures Bio-Beschleunigen ist allerdings zäh - Plusbereifung und die dazugehörigen Felgen sorgen doch für eine gewisse Massenträgheit. Das Yamaha Ladegerät bringt gute 4 Ampere. Es wird beim Laden recht warm; ihr kennt das von euren Handys. Vorsicht beim Ladestecker abziehen - zuerst den Sperr-Ring am Stecker zurückziehen, dann den Ladestecker abziehen. Ein gut sichtbarer Aufkleber auf dem Ladegerät wäre hier kein Fehler.

Abenteuer Off-Trail

Meine Mtb Karriere langt sehr lange zurück. Ganz früher sind wir ab und zu Bachläufe talwärts gefahren. Ok, wir haben uns eher runtergequält und standen des öfteren komplett im Wasser. Kurzum, es war einfach übelst schwer überhaupt vorwärts zu kommen. Doch Off-Trail hat seinen Charme. Fahren wo sonst niemand fährt. Der Hauch von Abenteuer.

Das SDURO HardSeven 8.0 ist für Ausflüge jenseits der vielbefahrenen Pfade durchaus geeignet. Der bullenstarke Motor, ein tiefer Schwerpunkt, breiter Lenker, weit absenkbare Sattelstütze und Plus Bereifung mit mächtig Traktion - äh, ist der Motor wasserdicht?

Mein Off-Trail Abenteuer beginnt mit einem Rückeweg der mit fetten Steinen belegt wurde. Für ein Mtb hat das fast schon was von Carl's Dinner - nur nicht stehen bleiben ist die Devise. Wie so viele Rückewege, endet auch dieser hier plötzlich mitten im Wald. Die Böschung runter ist ein kleiner Bach. Dürften nicht mehr als 250 Meter sein, dann sollte der in einen anderen, größeren Bach münden - ich kenne die Stelle; da könnte ich wieder raus. Gesagt getan. Zwar wieder bis zum Knie nass geworden aber die Gaudi war es auf jedem Fall wert. Nur zu Info: Der Motor war nicht komplett unter Wasser!

Es versteht sich von selbst, dass Off-Trail nur dort geht wo es auch erlaubt ist. Bannwälder, Naturschutzgebiete, Rückzugsgebiete der Tiere oder so - da geht das natürlich gar nicht. Trotzdem schön zu wissen, dass man mit dem SDURO HardSeven 8.0 auch immer die direkte Linie nehmen könnte. Wasser, Steine oder einfach nur steil bergauf - geht und macht jede Menge Spaß.

Ausstattung & Technik

Nun also doch: Ein bisschen Technikgebrabbel muss sein. Ich werde mich aber auf die Dinge konzentrieren, die mir aufgefallen sind und nicht die komplette Ausstattungsliste vorbeten und kommentieren. Rahmen hatten wir abgehakt. Haibike Qualität, passt. Gabel: Suntour Raidon, Boost Format, 120 mm Federweg, Lockout. Luft rein, Rebound checken - das war's. Meine mit Platten und Spaxschrauben verstärkte Schulterpartie ist noch ziemlich anfällig auf die kleinen Stöße und Vibrationen. Habe die Gabel deshalb etwas weicher als sonst abgestimmt. Hat nichts durchgelassen, sehr feines Ansprechverhalten, klasse Dämpfung. Bin demnächst beim Kontrollröntgen. Wenn alle Schrauben noch richtig drin sind bekommt die Gabel von mir maximale Punktzahl. Bremsen Magura MT4; abgehakt ;-)

Lenker ist mit 740 mm ordentlich; für mich dürfte er sogar noch etwas breiter sein. Schraubgriffe sind top. Kettenstrebenschutz yeah! Sattel: Selle Royal Rampage - richtig gut; maximale Punktzahl. Vor allem in Verbindung mit der exzellenten, komplett stufenlosen Höhenverstellung - kein Bike mehr ohne dieses tolle Feature.

Vorne Q-Loc Steckachse - eines meiner Lieblingssysteme; volle Punkte. Hinten solide Schraubachse; passt. Nabe hinten könnte fast die serienmäßig nicht vorhandene Klingel ersetzen, geht aber noch. Hinten wechselt ein Deore XT Shadow Plus die Gänge (11), vorne gibt es zwei Kettenblätter für extra Speed. Notwendig? Nicht unbedingt - schlecht finde ich es aber nicht. Der starke Motor zieht auch den dicksten Gang noch sauber durch. Apropos Motor, Yamaha PW-X mit 80 Nm. Was die ePerformance angeht (Wortspiel beabsichtigt Amy) habe ich bereits alles geschrieben. Darüber hinaus: Hübsches Geräusch. Ist ein E-Bike und man hört es. Ein klein wenig mehr fände ich persönlich sogar noch besser.

Habe ich noch was vergessen? Die Reifen vielleicht? Ne, zu den Reifen habe ich doch alles gesagt. Aber auf den Preis wollte ich nochmal zurückkommen.

Résumé

Nach sehr intensiven Testkilometern habe ich mit dem SDURO HardSeven 8.0 erfahren was 'Sporty' bedeuten kann. Nur so ganz richtig in Worte kann ich es noch immer nicht fassen. Im Fall des HardSeven ist Vielseitigkeit sicher eines der Schlüsselattribute. Und man kann mit dem Bike unheimlich viel Spaß haben. Ist es auch echtes Sportgerät? Ich denke schon. Vielleicht nicht unbedingt auf Waldwegen, da ist die Antriebskraft des Yamaha Motors zu dominant. Es ist zu verlockend einfach nur den Fahrtwind zu genießen. Auf dem Trail ist Sportlichkeit jedoch Programm. Ein Hardtail muss schließlich aktiv und mit einigem an Körpereinsatz bewegt werden. Also morgens ins Büro cruisen und abends den Trail rocken? Ja, warum nicht. Öfters das Auto stehen lassen ist eine tolle Idee und refinanziert zum Teil das Bike, denn die reinen Betriebskosten pro Kilometer sind beim E-Bike in jedem Fall niedriger als beim Auto. Kann man so sehen - wenn man ein Auto hat. Hochwertige E-Bikes kosten nun mal eine Stange Geld, da ist das SDURO HardSeven 8.0 keine Ausnahme. Freiheit und Abenteuer gibt's allerdings hier gratis dazu. Die Marketingexperten würden wohl noch ein 'und das ist ja unbezahlbar' anfügen. Ich sage, macht am besten eine Probefahrt beim Händler vor Ort und überzeugt euch selbst. Ich bin mir ziemlich sicher ihr kommt auch lächelnd zurück. Wert ist das Bike den Preis auf jeden Fall. Keep riding folks ;-)

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